NTFN-Tagungsbericht

Am 14. März fand in Hannover die NTFN-Tagung “Folterüberlebende begleiten: Empathie mit Fachwissen vereinen” statt. Sie ging der Frage nach, welche komplexen Auswirkungen extreme Gewalterfahrungen auf Körper und Psyche haben können – und welche praktischen Ansätze es für deren Bewältigung gibt. Ein Schwerpunkt der Tagung galt auch der juristischen Aufarbeitung von Straftaten – welchen gesellschaftlichen und individuellen Zweck können Strafprozesse z.B. gegen syrische Folterer in Deutschland haben? Und wie lassen sich Folterspuren dokumentieren?

Zu den Referent*innen zählten u.a. Marina Dormels (Psych. Psychotherapeutin), Dr. Neşe Direk (Psychiaterin, Universität Istanbul), Dr. Felix Mayer (Rechtsmedizinier), oder Arne Bardelle (Jurist, ECCHR).

Dr. Neşe Direk erläuterte beispielsweise das Istanbul-Protokoll – ein von den Vereinten Nationen anerkannter Leitfaden zur Dokumentation und Untersuchung von Folter. Im Anschluss beleuchtete Arne Bardelle in seinem Vortrag sowohl historische als auch aktuelle Dimensionen des Völkerstrafrechts und problematisierte dessen praktische Wirksamkeit und politische Grenzen. Im Rahmen des rechtsmedizinischen Workshops stellte Dr. Felix Mayer Möglichkeiten der medizinischen Dokumentation von Folterfolgen vor. Mit einer Lesung aus dem Band „Gedichte aus Guantánamo“, die Texte von Folteropfern des Guantánamo-Gefängnisses bündelt, setzte Sebastian Köthe den Abschluss der Tagung.

Der Tagungsbericht ist gerade im Entstehen und wird in Kürze veröffentlicht. Der Bericht wird in den kommenden Wochen allen Teilnehmenden zugehen und auch auf unserer Website abrufbar sein.